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DMSA – was ist das und wie kann es bei der Entgiftung genutzt werden?

Ob durch Nahrung, das Trinkwasser oder die Luft – unser Körper ist jeden Tag der Belastung durch Schwermetalle ausgesetzt. Diese können erheblichen Schaden verursachen, von gesundheitlichen Einschränkungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen.

Eine Schwermetallausleitung kann hier Abhilfe schaffen. Um bestimmte Metalle aus dem Körper auszuleiten wird DMSA genutzt. Doch was ist das eigentlich? Und wozu kann es verwendet werden?

Was ist DMSA?

Bei der Dimercaptobernsteinsäure, kurz DMSA, handelt es sich um eine sogenannte Chelatorsubstanz die besonders gut wasser- und fettlöslich ist. Aufgrund dessen kann sie im menschlichen Verdauungstrakt besonders gut aufgenommen werden.

Gleichzeitig verfügt DMSA über eine hohe Affinität zu zahlreichen Schwermetallen, wie Blei, Cadmium, Nickel, Quecksilber und Arsen. Sie bindet diese giftigen Stoffe und kann sie damit leicht zu den körpereigenen Reinigungs- und Ausscheidungsorganen führen.

Gleichzeitig ist DMSA selbst nicht toxisch für den menschlichen Organismus. Dank der guten Fettlöslichkeit kann sie außerdem die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Somit können auch Schwermetalle, die sich im Gehirn abgesetzt haben, gelöst und abtransportiert werden.

Wofür wird DMSA genutzt?

DMSA gilt als Chelat-Bildner. Das bedeutet, dass sie komplexe Verbindungen (Chelate) mit Schwermetallen im Körper eingeht. Somit werden diese aus dem Körper gelöst und der natürlichen Ausleitung zugeführt.

Daher wird DMSA in der Schwermetallausleitung gerne genutzt, um Schwermetallablagerungen im Körper zu lösen und auszuleiten. Besonders gut geeignet ist DMSA zur Ausleitung von:

  • Quecksilber
  • Blei
  • Cadmium
  • Arsen
  • Nickel.

Hierfür können grundsätzlich auch andere Substanzen genutzt werden, allerdings haben viele den Nachteil, dass sie gleichzeitig viele wichtige Spurenelemente im Körper binden und ausleiten. Bei DMSA ist diese Bindung und Ausleitung wichtiger Spurenelemente vergleichsweise gering ausgeprägt. Vor allem bei einem zu hohen Blei-Anteil oder akuten Bleivergiftungen wird DMSA eingesetzt.

Wie läuft die Behandlung mit DMSA ab?

Die Behandlung mit DMSA erfolgt in der Regel 1- bis 2-mal pro Woche, wobei rund 200 mg der Dimercaptobernsteinsäure verabreicht werden. Je nach gewünschtem Ergebnis kann die Gabe per Injektion oder oral erfolgen. Bei der oralen Einnahme kann auch eine höhere Dosierung von bis zu 1.000 mg gewählt werden.

Zur Behandlung einer akuten Bleivergiftung erhalten die Patienten rund 10 mg DMSA pro kg Körpergewicht in einem Abstand von jeweils 8 Stunden. Je nach Schwere der Vergiftung sollte diese Medikation bis zu 5 Tage verabreicht werden.

Anschließend erfolgt für 2 weitere Wochen die Gabe der gleichen Dosierung in einem 12-Stunden-Abstand. Bei anhaltenden Beschwerden kann die Behandlung nach Ablauf von 2 weiteren Wochen wiederholt werden.

Worauf sollte bei der Schwermetallausleitung mit DMSA geachtet werden?

Die oben genannten Dosierungen gelten für normal gesunde Patienten. Bei Betroffenen, die bereits geschwächt sind oder an Vorerkrankungen leiden, sollte eine geringere Dosierung gewählt werden. Verträgt der Patient die geringen Dosierungen gut, können diese schrittweise erhöht werden.

Bei der Verwendung von DMSA zur Ausleitung von Schwermetallen kann es vorkommen, dass auch wichtige Spurenelemente und Mineralien aus dem Körper ausgeleitet werden. Dazu gehören beispielsweise:

  • Selen
  • Zink
  • Eisen
  • Kupfer
  • Magnesium.

Diese Stoffe sind ein wichtiger Bestandteil vieler Stoffwechselprozesse im menschlichen Organismus. Einem Mineralstoffmangel im Zuge der DMSA-Therapie sollte daher mit der entsprechenden Hinzugabe dieser Mineralien entgegengewirkt werden.

Personen, die bereits an einem Nähr- und Mineralstoffmangel oder an einem Eisenmangel leiden, sollten auf eine Behandlung mit DMSA verzichten. Ebenfalls ausgeschlossen von dieser Therapiemöglichkeit sind Patienten mit folgenden Vorerkrankungen:

  • Tuberkulose
  • Akuter Infekt
  • Herzinsuffizienz
  • Störungen der Nierenfunktion
  • Anämie
  • Störungen der Leberfunktion
  • Starke Kachexie.

Mögliche Nebenwirkungen von DMSA

Wie jede Therapieform kann auch die Schwermetallausleitung mit DMSA einige Nebenwirkungen haben. Da die Schwermetalle im Körper gelöst werden, kann es unter Umständen zu unangenehmen Begleiterscheinungen kommen. Dazu zählen:

  • Ausdünstungen mit unangenehmem Schwefelgeruch
  • Verdauungsstörungen
  • Übelkeit und Durchfall
  • Fieber und Schüttelfrost
  • Abfall des Blutdrucks
  • Hautreizungen und Ausschläge.

Diese Nebenwirkungen treten allerdings relativ selten auf und sind meist nur vorübergehend. Mit einer ausreichenden Flüssigkeits- und Vitaminzufuhr kann dem entgegengewirkt werden. Insbesondere die zusätzliche Einnahme von Vitamin B6 ist hierbei zu empfehlen. Bei starken und nicht zurückgehenden Symptomen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Fazit zu DMSA

Schwermetalle, die wir tagtäglich aufnehmen, können zu erheblichen gesundheitlichen Schäden führen. Die Dimercaptobernsteinsäure (DMSA) kann therapeutisch genutzt werden, um zur Ausleitung giftiger Schwermetalle aus dem Körper beizutragen. So können sie Gesundheitsschäden durch eine zu hohe Schwermetallbelastung vermeiden.

Eine solche Therapie sollte immer unter Beobachtung eines Arztes oder geschulten Heilpraktikers erfolgen, um die individuelle Dosierung bestmöglich festzulegen und bei eventuellen Komplikationen eingreifen zu können.


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