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Amalgamentfernung

Amalgam ist auch heute noch ein oft genutztes Material unter Zahnärzten, bei der Behandlung von Karies-Patienten, um entstandene Löcher in den Zähnen zu verschließen. Jedes Jahr werden allein in Deutschland rund 20 t des Materials verarbeitet. Dabei gilt das Material nicht als vollständig unbedenklich für die Gesundheit der Patienten.

Viele Patienten lassen sich ältere Amalgamfüllung wieder entfernen. Doch warum eigentlich? Und worauf ist dabei zu achten?

Warum eine Amalgamentfernung?

Amalgam ist, im Vergleich mit Keramik oder Gold, ein relativ günstiges Material für Zahnfüllungen. Daher wird es auch heute noch oft eingesetzt. Allerdings hat Amalgam eine wesentlich kürzere Haltbarkeit im Vergleich zu den etwas teureren Alternativen.

So können bei einigen Patienten bereits nach kurzer Zeit Auflösungserscheinungen des Materials auftreten. Die dabei aus der Füllung gelösten Stoffe, vor allem das giftige Quecksilber gelangen dann in den Körper des Patienten. Dort können sie verschiedene Krankheitssymptome auslösen. Diese sind beispielsweise:

  • Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit
  • Allgemeines Unwohlsein und Energielosigkeit
  • Konzentrationsschwäche und Gedächtnisverlust
  • Verringerte Aufmerksamkeit bis hin zu ernsthaften Nervenerkrankungen
  • Depressive Stimmungen und leichte Gereiztheit
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Negative Beeinflussung der Sehkraft und Schwindelgefühle
  • Durchfall und Erbrechen
  • Ausschläge und Tinnitus.

Eine professionelle Entfernung und Ausleitung des Amalgams zur Entgiftung des Körpers ist daher angeraten. So können die genannten Symptome zu vermieden bzw. verringert werden.

Wie läuft eine Amalgamentfernung ab?

Das Amalgam wird mit Hilfe von speziellen Instrumenten aus den Zähnen entfernt. Diese Prozedur wird in der Regel in mehreren Sitzungen vollzogen, je nach Menge des im Mund verarbeiteten Materials. Zeitgleich werden dem Patienten entsprechende Ausleitungsmittel verabreicht, damit sich die gelösten giftigen Stoffe nicht im Körper absetzen können.

Ist die Amalgamentfernung im Mundraum vollständig abgeschlossen, beginnt die eigentliche Amalgamausleitung. In diesem Anschnitt der Behandlung wird die passende Medikation für den Patienten schrittweise den individuellen Bedürfnissen und Gegebenheiten angepasst. So kann sichergestellt werden, dass ein nahezu 100 prozentiger Wirkungsgrad erreicht wird.

Die Dauer der Ausleitungsphase beträgt rund 2 Monate. Je nach individuellen Gegebenheiten des Patienten kann sich diese Zeitspanne kürzer oder länger darstellen.

Was muss bei der Amalgamentfernung beachtet werden?

Wer sich die Amalgamfüllungen in seinen Zähnen entfernen lassen möchte, der sollte im Zuge dessen einige Dinge beachten:

  • Verzichten Sie vor und während des Behandlungszeitraumes möglichst auf saure, sehr heiße, sehr kalte und scharfe Speisen!
  • Vermeiden Sie während des Behandlungs- und Ausleitungszeitraums nach Möglichkeit auf das Kauen von Kaugummis und Kaubonbons!
  • Zur Vermeidung der Ablagerung giftiger Stoffe im Körper empfiehlt es sich, zusätzlich Quecksilber-Binder einzunehmen!
  • Beachten Sie unbedingt die Hinweise und Ratschläge, insbesondere zur eigenen Ernährung, des behandelnden Zahnarztes für den Zeitraum der Behandlung!

Wenn Sie diese Punkte einhalten, kann der Erfolg der Behandlung sichergestellt werden. Andernfalls müssen Sie mit eventuellen Komplikationen oder einem nicht vollständigen Ergebnis rechnen.

Wie werden die freigelegten Zahnräume nach der Amalgamentfernung versorgt?

Ist das Amalgam aus dem Mundraum vollständig entfernt, müssen die zurückbleibenden Löcher in den Zähnen neu verfüllt werden. Hierbei wird auf wesentlich verträglichere und ungiftigere Materialien gesetzt, um ein langfristig positives Behandlungsergebnis zu erzielen.

Welches Material dabei zur Anwendung kommt, ist von der individuellen Beschaffenheit Ihrer Zähne abhängig. Nicht jedes Material eignet sich für jeden Patienten. Zur Auswahl stehen dafür:

  • Goldfüllungen

Gold gilt als der Klassiker bei den Zahnfüllungen. Heutzutage wird es aber nur noch selten genutzt. Das liegt zum einen am hohen Preis des Materials. Zum anderen aber auch an der Unverträglichkeit der Patienten für dieses Material.

Generell sind metallische Füllungen, zu denen auch Gold gehört, nach einer Amalgamentfernung eher ungeeignet. Der Organismus und das Immunsystem des Patienten sind durch das Amalgam meist über mehrere Jahre so stark sensibilisiert, dass es beim Einsetzen von metallischen Füllungen zu unerwünschten Reaktionen kommen könnte.

  • Kunststofffüllungen

Füllungen aus Kunststoff überzeugen vor allem durch ihre ästhetische Anpassungsfähigkeit. So kann mit speziell hergestellten Kunststoffen nahezu jede Zahnfarbe des Patienten nachgeahmt werden.

So sind die Füllungen nach der Behandlung optisch kaum von den echten Zähnen zu unterscheiden. Zwar sind Kunststofffüllungen relativ günstig, im Gegenzug aber leider auch nicht besonders robust und langlebig.

  • Zementfüllungen

Besonders zur Behandlung kleinerer Löcher eignet sich Zement als Füllmaterial sehr gut. Nach einer Amalgamentfernung wird es gerne genutzt. Aufgrund ihrer geringen Festigkeit und Beständigkeit sind Zementfüllungen jedoch nicht auf einen langfristigen Verbleib in den Zähnen ausgerichtet.

Sie werden vielmehr als Übergangslösung genutzt, um zu einem späteren Zeitpunkt eine dauerhafte Füllung in die Zahnräume zu implementieren.

  • Keramikfüllungen

Keramikfüllungen sind zwar etwas teurer als andere Materiealien, allerdings überzeugen sie durch ihre Langlebigkeit und Festigkeit. Zudem schont das Material das Immunsystem und den Organismus des Patienten. Besonders nach einer Amalgamentfernung ist Keramik daher eine sehr gute Möglichkeit für den dauerhaften Verschluss der offenen Zahnräume.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Amalgamentfernung?

Kassenärzte sind grundsätzlich verpflichtet, Amalgam als Füllstoff bei der Behandlung von Löchern in den Zähnen einzusetzen. Das liegt vor allem daran, dass Amalgam die kostengünstigste Möglichkeit ist, um ein Loch in den Zähnen zu verschließen.

Wünschen Sie ein verträglicheres Material für die Füllungen, so sind die Mehrkosten dafür in der Regel selbst zu tragen. Eine Ausnahme besteht, wenn Sie eine Unverträglichkeit gegenüber Amalgam nachweisen können. Nur dann übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten eines anderen Materials.

Können Sie keine Amalgamunverträglichkeit nachweisen, so werden Ihnen die Mehrkosten privat in Rechnung gestellt. Auch zusätzliche Medikamente und Ausleitungsmittel für die Amalgamausleitung sind keine Kassenleistung und müssen daher privat bezahlt werden.

Fazit zur Amalgamentfernung

Insbesondere bei älteren Amalgamfüllungen ist eine Amalgamentfernung mit anschließender Amalgamausleitung sinnvoll. Vor allem dann, wenn das Material bereits Auflösungserscheinungen zeigt.

Mit einer professionellen Amalgamentfernung können Sie Ihren Körper vor den giftigen Inhaltsstoffen des Materials schützen und somit unangenehme Nebenwirkungen vermeiden. Allerdings sind die Kosten für eine solche Behandlung in der Regel selbst zu tragen.


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